Lücken im Lebenslauf können verschiedene Gründe haben – Elternzeit, freiwillige Auszeit, aber auch unfreiwillige oder krankheitsbedingte Auszeit. Egal aus welchem Anlass diese Leerstelle auch entstanden ist, eines gilt hier besonders zu beachten: Lücken von mehr als zwei Monaten sollten bei einem Vorstellungsgespräch von Ihnen gut begründet werden, da sonst das Risiko besteht, dass Sie als Bewerber*in aussortiert werden.
Aber seien Sie unbesorgt, denn zum einen gilt auch hier: ,,Nobody is perfect‘‘ und in den meisten Berufslaubahnen kommt es unweigerlich zu der ein oder anderen Nichtbeschäftigungszeit und zum anderen sind mit der richtigen Formulierung und einer plausiblen Erklärung diese Fehlstellen in Ihrem Lebenslauf gar nicht so problematisch.
Richtig mit Lücken umgehen:
Die Goldene Regel lautet: CLEAR
Clarify: Klären Sie die Gründe für jeweilige Unterbrechungen, dies sollten Sie bereits im Lebenslauf kennzeichnen, hierbei reicht jedoch eine kurze Auflistung
Leverage: Nutzen Sie die freie Zeit, um sich weiterzubilden, neue Erfahrungen zu sammeln, die später in Bewerbungsgesprächen betont werden können
Explain: Erklären Sie genauer, wie es zu dieser Beschäftigungspause gekommen ist, um Transparenz und Vertrauen zu signalisieren
Acknowledge: Erkennen Sie diese Lücke an und stehen Sie dazu.
„Ehrlich währt am längsten“ – Lügen kommen in den meisten Fällen ans Licht und selbst wenn besagte Lüge erst nach der Anstellung aufgedeckt wird, kann dies zu einer sofortigen, fristlosen Kündigung führen.
Reframe: Formulieren Sie diesen Zeitraum positiv um, indem Sie zeigen, dass dies letztendlich eine Bereicherung war, durch die Sie jetzt wieder voller Elan und Energie in den neuen Job starten können und es auch wollen.
Arten von Lücken:
Bewerbungsphase oder Studienwechsel:
Jedem ist klar, dass einem nach einem Ausbildungsabschluss, besonders nach dem Studium, der Einstieg in die Erwerbstätigkeit schwerer fällt. Hier ist eine Lücke von bis zu sechs Monaten absolut legitim.
Auch ein Studienwechsel ist nichts Gravierendes. Wichtig ist, dass Sie die Zeit dazwischen sinnvoll nutzen mit Weiterbildungen, Vertiefungen ihrer Interessen, etc.
Arbeitslosigkeit:
Arbeitslosigkeit kann viele verschiedene Gründe haben, die nicht unbedingt gleich etwas Negatives sein müssen wie eine längere Bewerbungsphase oder eine berufliche Neuorientierung.
Besonders bei langen Lücken, sollten Sie versuchen energetisch und engagiert während des Vorstellungsgesprächs zu wirken. Zeigen Sie, dass diese Auszeit Ihnen geholfen hat, jetzt umso motivierter in das Berufsleben einzusteigen.
Kündigung:
Glücklicherweise ist es im Lebenslauf irrelevant, ob Ihnen gekündigt wurde oder Sie gekündigt haben, weswegen Sie dies auch nicht in Ihrem Lebenslauf angeben müssen.
Wenn Sie jedoch gekündigt haben können Sie das trotzdem in Ihren Lebenslauf schreiben, um Spekulationen über den genauen Ablauf der Kündigung entgegenzuwirken.
Sollte es zu genaueren Nachfragen bei einem Bewerbungsgespräch kommen achten Sie darauf professionell und sachlich zu bleiben.
Reden Sie nie schlecht über Ihre vorherige Stelle oder vorherigen Chef, da sich dies negativ auf Sie auswirkt.
Selbstständigkeit
Gescheiterte Selbstständigkeit ist weder etwas, wofür man sich schämen muss, noch ist es etwas, was Ihnen beim nächsten Bewerbungsprozess schadet.
Sie haben sich etwas getraut und es hat nicht funktioniert, was solls?
Dieser Versuch zeigt Ihren Ehrgeiz, ein gesundes Maß an Risikobereitschaft und Ihren Fleiß und kann sich folglich positiv auf die Bewerbung auswirken.
Elternzeit
Elternzeit muss nur gekennzeichnet werden, wenn dadurch eine Erwerbsunterbrechung entsteht, die über den Toleranzzeitraum von zwei Monaten hinausgeht.
Leider wird Elternzeit von neuen Arbeitgebern teilweise kritisch gesehen oder als Lücke betrachtet.
Um diesem Vorurteil aus dem Weg zu gehen, betonen Sie die jeweiligen Soft Skills, die Sie in dieser Zeit erworben haben, wie Geduld, Belastbarkeit, Stressresistenz, etc.
Zudem gilt wie in jeder arbeitsfreien Phase: nutzen Sie die Zeit sinnvoll, um sich weiterzubilden oder sich in Ihrem Bereich durch online Kurse auf dem neusten Stand zu halten.
Krankheit / Pflege eines kranken Angehörigen
Sich zu erholen und eine Pause zu machen, wenn Sie krankheitsbedingt ausfallen, ist wichtig und wirkt sich in der Regel nicht negativ auf die zukünftige Jobsuche aus.
Auch die Pflege eines kranken Familienmitgliedes ist ein triftiger Grund sich erst einmal aus der Arbeitswelt zurückzuziehen.
Achten Sie jedoch darauf, nicht den Eindruck zu erwecken Sie würden öfter ausfallen. Geben Sie also auch gerne an, wieder vollständig genesen und einsatzbereit zu sein.
In der Regel muss der Krankheitsgrund nicht angegeben werden, es gibt jedoch einige Erkrankungen, die genannt werden müssen: (z.B. Bandscheibenvorfälle bei Berufen, die schweres Heben erfordern)
Freiwillige Auszeiten / Sabbaticals /Reisen / Auslandsaufenthalt
Heutzutage kommen Auszeiten solcher Art immer häufiger vor und sind je nach Inhalt sogar gerne gesehen.
Ob Sprachreisen, Neuorientierung oder eigene Projekte wie das Schreiben eines Buches oder das Bauen eines Hauses, haben Sie keine Scheu dies im Lebenslauf zu kennzeichnen.
Nichtsdestotrotz spielen die Begründung und die Betonung der erworbenen Skills eine zentrale Rolle dabei: Was war der Grund? Was haben Sie dadurch gelernt? Wie können Sie das gelernte gewinnbringend in das Unternehmen einbauen?
Fazit:
Stehen Sie zu Ihren Lücken. In den meisten Fällen gilt: Je selbstbewusster und selbstverständlicher Sie mit Ihren eigenen Lücken umgehen, desto weniger erscheinen sie der Gegenseite problematisch.
Wichtig ist hierbei die Transparenz. Versuchen Sie ihre Lücken nicht als etwas zu verkaufen, was sie nicht sind. Lügen haben kurze Beine und mit kurzen Beinen ist der Weg zu ihrem beruflichen Ziel mühsam.
Melden Sie sich wenn wir sie bei der Erstellung ihres Lebenslaufs unterstützen können!

