Jobwechsel – Chancen und Gefahren

 

Jobwechsel – Chancen und Gefahren

Die 5 Fragen, die du dir stellen solltest bevor du dich beruflich veränderst.

 

Veränderungen fallen vielen Menschen schwer. Die Ungewissheit über das, was kommt, löst bei vielen Menschen Sorgen aus. Doch manchmal führt an Veränderungen nichts vorbei und man muss eine neue Tür öffnen. Im beruflichen Kontext gibt es dafür verschiedene Ursachen: Unzufriedenheit im Job, gesundheitliche Einschränkungen, fehlende Entwicklungsmöglichkeiten oder Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, können Auslöser sein.

Zu diesem Thema hat Herr Walter Feichtner, der Inhaber und Gründer von Karrierecoach München, ein Interview beim BR gegeben und seine Erfahrungen mit den Hörern geteilt. Um an das Interview anzuknüpfen, haben wir die 5 Fragen zusammengestellt, die man sich bei einer anstehenden beruflichen Veränderung unbedingt stellen sollte.

 

Die erste Frage lautet: Was genau soll sich verändern – und warum?

Bei den meisten fangen die ersten Wechsel-Gedanken mit einem diffusen Gefühl an, das sich leise einschleicht „Ich will etwas Neues machen.“. Jedoch ist das häufig zu unscharf. Deshalb ist es wichtig, sich Gedanken darüber zu machen, was sich genau verändern soll und natürlich auch warum. Diese Frage hilft Ihnen dabei, sich einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen. Sie trennt Symptome von Ursachen und macht sichtbar, welcher Teil des Berufslebens wirklich verändert werden sollte, ob Aufgabe, Umfeld, Rolle, Führung, Selbstbild oder Erwartungen. Außerdem verhindert diese Frage falsche Erwartungen. Wer nicht weiß, warum er oder sie etwas verändern möchte, trifft Entscheidungen aus Frust, Überforderung oder Flucht. Das führt nicht selten zu einem Wechsel, der das Problem nicht löst, sondern nur verlagert.

 

Die zweite Frage ist: Welche meiner Stärken nutze ich aktuell nicht oder nicht genug?

Diese Frage ist so bedeutsam, da sie zum einen versteckte Ressourcen aufzeigt. Viele Menschen kennen ihre Stärken, aber nur wenige prüfen regelmäßig, ob sie diese im aktuellen Job wirklich einsetzen. Ungenutzte Stärken sind wie Kapital, das brachliegt. Sie könnten motivieren, entlasten, beschleunigen oder neue Chancen eröffnen. Zum anderen deckt sie Fehlpassungen auf. Wenn zentrale Stärken nicht ausreichend genutzt werden, entsteht oft das Gefühl von Unterforderung, Stillstand oder fehlender Sinnhaftigkeit. Die Frage macht sichtbar, ob der Job zur eigenen Persönlichkeit passt oder ob die Rolle zu eng geworden ist. Außerdem hilft die Frage, neue Entwicklungswege zu eröffnen.

 

Bei Frage Nummer drei geht es darum, welche Rahmenbedingungen benötigt werden, um gut arbeiten zu können.

Rahmenbedingungen gehören zu den unsichtbaren Erfolgsfaktoren, wenn es um berufliche Veränderung geht. Diese Frage verschiebt den Fokus von äußeren Faktoren, wie Gehalt, Jobtitel, Aufgaben, zu dem, was die Zufriedenheit tatsächlich erzeugt, die Arbeitsumgebung, die zu einem Menschen passt. Oft ist es so, dass nicht die Tätigkeit die Zufriedenheit erzeugt, sondern Bedingungen, unter denen diese ausgeübt wird. Beispielweise könnte ein spannender Job sogar zur Belastung werden, wenn die Arbeitszeiten unberechenbar sind oder der Weg zur Arbeit zu lange ist. Rahmenbedingungen und eigene Kriterien sind der Kern von Motivation, Gesundheit, Leistungsfähigkeit und beruflicher Identität. Wer sie ignoriert, trifft Entscheidungen auf wackligem Fundament. Wer sie kennt, baut eine Karriere, die besser zum eigenen Leben passt, weshalb diese Frage so entscheidend ist.

 

Die vorletzte Frage weist darauf hin, was konkret einen davon abhält den nächsten Schritt zu gehen.

Diese Frage dient dazu, Hindernisse sichtbar zu machen. Denn oft verstecken sich dahinter innere Blockaden und nicht äußere. Sie ist deshalb so entscheidend, weil sie nicht nach Zielen, Wünschen oder Visionen fragt, sondern nach Barrieren, die verhindern, dass Ziele Realität werden. Diese Frage trennt Symptome von Ursachen. Denn manchmal liegt das Problem nicht im Job, sondern an fehlenden Grenzen, mangelnder Selbstfürsorge, unrealistischer Erwartungen oder fehlender Priorisierung. Außerdem wird durch diese Frage die Selbstwirksamkeit deutlich gestärkt. Denn wer versteht, was ihn blockiert, kann besser handeln. Die Frage führt zu konkreten Schritten: etwas konkret ansprechen, lernen, Dinge verändern, sich Unterstützung holen und eine gute Entscheidung treffen.

 

Die letzte Frage konzentriert sich darauf: Wie sieht ein realistischer nächster Schritt aus?

Diese Frage verhindert, dass berufliche Veränderung ein abstraktes Zukunftsprojekt bleibt. Sie zwingt dazu, aus einer ersten Idee eine konkrete, machbare Handlung abzuleiten. Und genau an diesem Punkt beginnt die Veränderung. Viele wissen, wohin sie wollen, aber nicht, wo sie anfangen. Die Frage dient als Brücke zwischen Vision und Umsetzung. Aus einem einfachen „Ich will mich verändern.“, wird ein konkretes: „Ich vereinbare ein Gespräch mit meiner Führungskraft.“ Außerdem hilft ein realistischer nächster Schritt die Komplexität zu reduzieren. Des Weiteren schafft diese Frage Verbindlichkeit, denn es ist ein echtes Commitment, das zeigt: „Ich bewege mich.“. Eine Veränderung ist oft ein Prozess, der sich über Wochen oder Monate hinziehen kann. Aufgrund dessen helfen realistische Schritte, einen konkreten Fortschritt zu sehen. Ein weiterer Vorteil dieser Frage ist, dass sie Menschen vor unrealistischen Erwartungen schützt. Sie hilft, realistisch zu bleiben und damit nachhaltig.

 

Unser Fazit:

Berufliche Veränderung entsteht nicht in dem Moment, in dem jemand kündigt, sich bewirbt oder eine neue Richtung einschlägt. Sie beginnt viel früher – nämlich dann, wenn Klarheit entsteht. Klarheit darüber, was jemand braucht, was ihn blockiert und welcher nächste Schritt realistisch machbar ist.

Wer diese fünf Fragen beantwortet, trifft Entscheidungen nicht aus Druck oder Frust, sondern aus einem bewussten Verständnis der eigenen Situation. Klarheit schafft Orientierung, reduziert Komplexität und verwandelt Unsicherheit in Handlungskraft. Sie ist der eigentliche Startpunkt jeder nachhaltigen beruflichen Veränderung – und der Schlüssel dafür, dass der nächste Schritt nicht nur möglich, sondern sinnvoll ist.

Nur Mut! Und wer Unterstützung dabei benötigt, darf sich gerne bei uns melden. Wir sind der kompetente und vertrauensvolle Partner in Ihrem Prozess der beruflichen Veränderung.

Walter Feichtner
Inhaber von Karrierecoach München

w.feichtner@karrierecoach-muenchen.de