Unternehmensgründungen im Ausland – Ein Vergleich

Die Rahmenbedingungen einer Unternehmensgründung sind in Deutschland durchaus passabel. Ein hoher Bildungsstand hilft beim Recruiting, eine gute Infrastruktur erleichtert logistische Herausforderungen. Auch politische Stabilität und eine hohe Kaufkraft sprechen für eine Existenzgründung in der Bundesrepublik. Unter Umständen kann der Aufbau einer eigenen Firma im Ausland jedoch profitabler sein. Geringere Steuern, Herstellungs- und Personalkosten oder einfachere Kapitalbeschaffung verleiten dazu, auf andere Länder auszuweichen.

In Europa

Die finanziellen Hürden für ein Start-up sind in Deutschland höher als in anderen Ländern der Europäischen Union. Während in der Bundesrepublik die formale Gründung einer GmbH bereits mit 25.000 € zu Buche schlägt, kostet sie in Bulgarien fast gar nichts. Eine UG anzumelden, kommt für viele angehende Unternehmer aufgrund bedeutender Nachteile nicht infrage. Auch andere Länder überzeugen durch geringe Einstiegshürden. Dazu zählen etwa Rumänien, Estland oder Litauen. Als steuerlich attraktiv gelten zudem Irland und die Schweiz.

Vereinigte Arabische Emirate

Als sehr vorteilhaftes Land für eine Existenzgründung zeichnen sich die Emirate vor allem durch eine quasi nicht existente Steuerlast, minimale Bürokratie und geopolitische Vorzüge aus. Insbesondere Dubai bietet als Standort in dieser Hinsicht exzellente Voraussetzungen. Die geopolitische Lage des Landes als Drehkreuz für Europa, Asien und Afrika wertet die Rahmenbedingungen zusätzlich auf. Die Firmengründung selbst gestaltet sich aufgrund diverser Regelungen jedoch nicht ganz leicht und kann durchaus unübersichtlich sein. Einige Firmen haben sich deshalb darauf spezialisiert, Unternehmer bei einer Gründung in Dubai zu unterstützen.

Neuseeland

Der pazifische Inselstaat ist dafür bekannt, jungen Unternehmern möglichst wenige Steine in den Weg zu legen. Das Land weiß um die Vorteile, finanzkräftige Firmen und Investoren ins Land zu lassen. Als entsprechend unkompliziert gestaltet die Regierung den Aufbau einer Firma für ausländische Interessenten. Im Gegensatz zu den Vereinigten Arabischen Emiraten ist eine Verlagerung des Wohnsitzes nach Neuseeland notwendig, um von steuerlichen Vorzügen zu profitieren.

USA

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Die Klischees, die Menschen mit den USA in Verbindung bringen, haben ihre Ursprünge auch in der unternehmerfreundlichen Politik des Landes. Die Wahl des Bundesstaates ist für Gründer dabei von wesentlicher Bedeutung. Neben der Höhe der Steuerlast bestimmt sie ebenfalls den Zugang zur Infrastruktur und zu vorhandenem Know-how. Die Vorzüge der USA liegen insbesondere in der Wirtschaftskraft, in einfacher Kapitalbeschaffung und im riesigen Markt. Für junge Tech-Unternehmen gilt das Silicon Valley als Paradies für digitale Schaffenskraft. An keinem anderen Ort der Welt trifft so viel IT-Wissen aufeinander wie hier.

Indien

Die Wirtschaftskraft in Indien steigt seit Jahren, das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Das Land erleichtert den Zugang ausländischer Investoren und Gründer, um mit frischem Geld und Ideen die Konjunktur anzukurbeln. Die Finanzierung eines Unternehmens gelingt fast mühelos, junge, gebildete Menschen in den großen Städten verfügen über Fachwissen. Die geringen Betriebs- und Lohnkosten sind ein weiteres Plus.

Vor- und Nachteile

Die Gründung eines Unternehmens im Ausland erfordert Mut und viel Wissen über länderspezifische Regelungen. Je nach Branche kommen verschiedene Standorte in Betracht, die zum Erfolg beitragen. Faktoren wie Know-how und Infrastruktur spielen ebenso eine gewichtige Rolle wie günstige Betriebskosten.