Start in die Selbstständigkeit: Die ersten Schritte vom Angestellten zum Unternehmer

Den eigenen Ideen nachgehen und auf keinen Vorgesetzten mehr hören müssen – der Traum vieler Angestellter. Der Schritt ins eigene Start-up ist immer eine Überwindung, schließlich bewegt man sich weg vom sicheren Monatsgehalt, hinein in die Selbstständigkeit. Damit Sie dabei nicht buchstäblich ins kalte Wasser springen müssen, haben wir hier die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst.

Der richtige Zeitpunkt für eine Gründung

Nach Jahren im Angestelltenverhältnis haben Sie sich an ein festes, regelmäßiges Gehalt gewöhnt und sich damit einen gewissen Lebensstandard aufgebaut. Mit der Gründung des eigenen Unternehmens und der Kündigung Ihres bisherigen Berufs fällt diese Stabilität von einem auf den anderen Tag weg.

Deswegen ist klar: Wenn Sie eine Geschäftsidee oder ein Konzept für ein Start-up entwickelt haben, ist es keine Option, sofort alle Zelte abzubrechen. Vielmehr wächst das Unternehmen häufig als Nebentätigkeit, bis die anfallende Arbeit nicht mehr mit dem Angestelltenjob zu vereinbaren ist. Auch der finanzielle Aspekt und die zukünftige Absicherung müssen geklärt sein.

Die Checkliste für den richtigen Gründungszeitpunkt

Damit Sie beruhigt und ohne finanzielle Schwierigkeiten in die Selbstständigkeit starten können, sollten folgende Punkte erfüllt sein:

  • lukrative Geschäftsidee oder sichere Übernahme eines bestehenden Unternehmens (z.B. Erbe) ist absehbar
  • finanzielle Absicherung für das Privatleben ist gegeben
  • Vorhandensein eines gut ausgearbeiteten Businessplans und der Finanzierung
  • Start-up erwirtschaftet bereits oder in Kürze Profite
  • Sie haben sich über Zuschüsse ( B. das Gründerstipendium) bestens informiert
  • alle rechtlichen Voraussetzungen und Anmeldungen sind erfüllt oder eingereicht

Sind diese Punkte erfüllt, steht dem eigenen Start-up nichts mehr im Weg. Es folgt ein genauerer Blick darauf, was eine erfolgreiche Neugründung ausmacht.

Staatliche Unterstützung beim Start in die Selbstständigkeit

Gründerinnen und Gründer in Deutschland sind bei ihrem beruflichen Neustart nicht auf sich allein gestellt. Die Bundesregierung lockt mit attraktiven Förderprogrammen, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken und das Erschaffen von Arbeitsplätzen zu fördern.

Bei einer Neugründung haben Sie verschiedene Möglichkeiten, um Unterstützung für Startkapital zu erhalten. Mit der Initiative INVEST des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sollen junge Gründer bei der Suche nach Kapitalgebern unterstützt werden. Die Bundesregierung fördert im Rahmen dieses Programms private Wagniskapitalgeber mit steuerfreien Zuschüssen und macht so das Investment in junge Unternehmen attraktiver. So zahlt INVEST privaten Wagniskapitalgebern („Business-Angels“) zum Beispiel einen Erwerbszuschuss von 25 % beim direkten Anteilserwerb.

Dazu haben alle Gründer die Möglichkeit, von zinsgünstigen Förderkrediten der KfW oder Existenzgründerkrediten ihrer jeweiligen Hausbank zu profitieren. Hierbei handelt es sich um langjährige, sehr zinsgünstige Finanzierungen für Neugründer.

Was zeichnet eine gute Geschäftsidee aus?

Die Geschäftsidee ist die Basis jeder Existenzgründung. Oft entsteht diese im alltäglichen Leben oder aus einem Problem heraus. Inspirieren können auch diverse Kreativitäts-Methoden oder ein Blick auf andere Start-ups in anderen Ländern. Zahlreiche erfolgreiche Unternehmen sind aus Geschäftsideen entstanden, die es in anderen Ländern schon gab.

Damit eine Geschäftsidee gut ist, muss sie nicht zwingend neu sein. Viel wichtiger ist, dass sie ein Problem löst oder etwas besser macht als die Konkurrenz. Komplett neue, nie dagewesene Ideen sind eher die Ausnahme und häufig mit hohen Investments und Risiken verbunden.

Hier bekommen Sie Unterstützung bei der Unternehmensgründung

Beim Start in das erste eigene Unternehmen gibt es unzählige Fettnäpfchen, in die Sie treten können. Damit der Start problemlos gelingt, haben Sie die Möglichkeit, Hilfsangebote für Gründerinnen und Gründer in Anspruch zu nehmen, in Form von Beratungen, Informationen oder Networking.

Unter anderem stehen folgende geförderte Angebote zur Auswahl:

  • Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein: Wenn Sie aktuell arbeitssuchend sind und über eine Existenzgründung nachdenken, können Sie dieses Angebot der Agentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Erfahrene Coaches helfen Ihnen unter anderem bei der Erstellung eines Businessplans, der Ihnen spätere Finanzierungen und Förderkredite ermöglicht.
  • Bundesprogramm „Förderungen von Unternehmensberatungen für KMU“: Das Programm bietet finanzielle Unterstützung für alle Neugründer und eine Beratung zu personellen, wirtschaftlichen oder finanziellen Fragen. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden
  • Existenzgründerseminare: Hierbei handelt es sich um themenspezifische Fachseminare zu Themen rund um die Unternehmensgründung. Beispielsweise werden hier Buchhaltung oder auch personelle Grundlagen thematisiert. Veranstaltet werden diese von der IHK und der Agentur für Arbeit.

Neben den staatlichen Angeboten gibt es im digitalen Zeitalter unzählige Angebote, Videos und Fachartikel zum Thema Unternehmensgründung. Sie können sich etwa in Foren direkt an erfahrenere Unternehmer wenden oder sich mithilfe von E-Books zur Unternehmensgründung über rechtliche und wirtschaftliche Thematiken informieren.

Der Start in die Selbstständigkeit ist nie einfach – jedoch können Sie sich heute bereits im Vorfeld umfassend vorbereiten und staatliche Hilfe in Anspruch nehmen, um die Risiken zu minimieren.